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FAKTEN
Der Völkermord: eine Zusammenfassung
Auf dieser Seite möchte ich Euch einige Fakten und Hintergründe aufzeigen.Das hierfür notwendige Material habe ich aus dem Buch Kein Zeuge darf überleben von Alison des Forges.
1. Die Strategie
Alles began mit dem Eindringen der RPF (Ruandische Patritiotische Front), eine Rebellengruppe der Tutsi Bevölkerung, die über Uganda ins Land kamen. Die erklärte Absicht der RPF war es, den Präsidenten Habyarimana von seinem Amt zu stürzen. Der Präsident sah die Rebellen zunächst nicht als ernsthafte Bedrohung an. Um die Bedrohung der RPF abzuschwächen, arbeitete die Elite (Anhänger des Präsidenten) dreieinhalb Jahre daran, die Bevölkerung zu spalten. Auf der einen Seite, die Anhänger des Präsidenten, auf der Anderen, die Opposition und deren Anhänger. Allerdings war es kein leichtes Unterfangen, die Bindung zwischen Hutu und Tutsi zu zerstören. Jahrhundertelang hatten sie dieselbe Sprache gesprochen, sie besaßen eine gemeinsame Geschichte und Kultur und teilten dieselben Ideen. Sie lebten als Nachbarn, besuchten dieselben Schulen und Kirchen, arbeiteten in denselben Büros und tranken in denselben Bars. Und Mischehen waren auch keine Seltenheit.
Von Anfang an waren die Machthaber darauf vorbereitet, Ihre Ziele mit Hilfe tätlicher Angriffe und Beschimpfungen zu erreichen. Es wurden kleinere Massaker angeordnet, um die Bevölkerung gegenseitig aufzuhetzen. Diese Hetzkampagne zeigte in den folgenden Monaten Erfolg. Ein Massaker folgte dem Nächsten.
2. Das Blutbad wird vorbereitet
Bis Ende 1992 konnten Habyarimana und seine Gruppen mit Angriffen, bösartiger Propaganda und ständigen politischen Manövern die Gräben zwischen Hutu und Tutsi vertiefen. Als 1993 die Soldaten der Tutsi, den in freien und fairen Wahlen gewählten Hutu-Präsidenten gefangen nahmen und ermordeten, löste der Mord ein Massaker aus, bei denen Zehntausende Menschen den Tod fanden. Das war aber nur der Anfang....
In der Zwischenzeit traf der Kreis um Habyarimana logistische und organisatorische Vorbereitungen für den Angriff auf die Minderheit der Tutsi. Junge Männer wurden mit Schusswaffen und Macheten ausgestattet. Letzteres wurde aus kostengründen vermehrt eingesetzt. Es wurde eine große Zahl von Macheten importiert, genug, um jeden dritten erwachsenen männlichen Hutu zu bewaffnen. Die RPF erhielt Kenntnisse von diesen Vorbereitungen und ahnte den kommenden Konflikt. Auch sie rekrutierten Männer und Truppenangehörige. Die RPF erkannte die Gefahr, die neuerlichen Kampfhandlungen für die Tutsi darstellen würden, insbesondere für jene, die sich in den vergangenen Monaten öffentlich als Anhänger der RPF zu erkennen gegeben hatten, und leiteten entsprechende Warnungen auch an ausländische Beobachter weiter.
3. Der Angriff
Am 6. April wurde das Flugzeug mit Präsident Habyarimana an Bord durch Raketen zum Absturz gebracht. Die Verantwortlichen für dieses Verbrechen sind niemals identifiziert worden. Eine kleine Gruppe seiner engsten Verbündeten - es ist ungewiß, ob sie an dem Anschlag auf den Präsidenten beteiligt waren oder nicht - entschied, die geplante Vernichtungsaktion durchzuführen. Soldaten und Milizionäre begannen mit dem systematischen Mord an den Tutsi. Die Schnelligkeit, mit der die ersten Morde verübt worden waren, vermittelte den Eindruck, man habe es mit einer großen Zahl von Angreifern zu tun.
Tatsächlich war ihre Wirkung eher auf ihre Umbarmherzigkeit und ihr organisiertes Verbrechen zurückzuführen als auf ihre große Zahl.
4. Rekrutierungsprogramm für den Völkermord
Die Rekrutierung war einfach. Menschen wurden entweder unter Drohungen oder durch Anreize rekrutiert. Zu den ersten Organisationen zählten Militäroffiziere und Verwaltungsbeamte, Politiker, Geschäftsleute sowie andere Personen, die keine offiziellen Ämter inne hatten. Um den Völkermord durchführen zu können, mußten sie sich des Staates bemächtigen. Dies hieß nicht nur, Personen ihrer Wahl an die Spitze der Regierung zu bringen, sondern auch, sich in allen anderen Bereichen des Systems der Zusammenarbeit von Beamten zu versichern.
5. Strategien des Tötens
In den ersten Tagen des Tötens wählten die Mörder ihre Opfer gezielt aus. Sie gingen systemathisch von Haus zu Haus und töteten Tutsi sowie habyarimanafeindlichen Hutu. Die Hutu Bevölkerung wurde angewiesen, Tutsi durch die Errichtung von Strassensperren an der Flucht zu hindern und Suchkommandos zu organisieren, um jene aufzuspüren, die sich versteckten.
Drei oder vier Tage später nach Beginn des Völkermordes gingen die Organisatoren zu einer anderen Strategie: Sie holten Tutsi aus ihren Häusern und brachten sie in Regierungsstellen, Kirchen, Schulen oder andere öffentlichen Gebäude, wo man sie später durch großangelegten Operationen niedermetzelte.
Während des gesamten Genozids wurden die Frauen der Tutsi oftmals vergewaltigt, gefoltert und verstümmelt, bevor man sie schließlich tötete.
Die Bevölkerung der Hutu´s, die den Tutsi helfen wollten, wurden ebenso umbarmherzig und brutal ermordet. Die Leichen der Hutu dienten der restlichen Bevölkerung als Abschreckung.
6. Unter dem Deckmantel der Legitimität
Viele sagen heute, sie hätten nur auf Anweisung der Behörden getötet. Derartige Aussagen sind weniger ein Beweis für einen ausgeprägten nationalen Befehlsgehorsam als vielmehr dafür, dass der Staat als moralische Autorität diese Menschen beeinflußt hat, Verbrechen zu begehen, die unter anderen Umständen undenkbar gewesen wären.
7. Überlebensstrategien
Viele Tutsi und mit ihnen verbündete Hutu haben um ihr Leben gekämpft. Zehtausende Menschen flüchteten in die angrenzeden Staaten, andere versteckten sich innerhalb der Landesgrenzen im Dachgebälk von Häusern, Erdlöchern, im Wald oder in Sümpfen. Einige mussten sich ihr Überleben erkaufen, sei es durch Geld oder durch sexuelle Gefälligkeiten. Viele Tutsi haben nur durch Hilfe von Hutu überleben können, die ihnen viele Wochen lang Schutz gewährten.
8. Das Ende
Mit ihrem Sieg über die Übergangsregierung und ihre Armee, beendete die RPF auch den Völkermord.
Weitere Fakten kommen in Kürze......
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